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Krankheiten

die von Flöhen verursacht werden

Ein Flohstich genügt, um eine Vielzahl von Infektionen zu übertragen.

  • Beim Blutsaugen sondern Flöhe Speichel ab, die zu Reizungen an der betroffenen Hautstelle führen. Erheblicher Juckreiz ist meist das erste Zeichen eines Flohbefalls. Viele Hunde und Katzen reagieren allergisch auf den Flohspeichel, so dass nur wenige Flohstiche ausreichen, um heftigsten Juckreiz und Ekzeme hervorzurufen. Diese so genannte „Flohspeichelallergie“ ist die häufigste Allergie bei unseren Haustieren. Durch Kratzen und Benagen der juckenden Haut fügen die betroffenen Tiere sich selbst Fellschäden und Verletzungen der oberen Hautschichten zu. In fortgeschrittenen Fällen kann dies zu großflächigem Haarausfall und Verdickung und Vernarbung der Haut führen. Die verletzte Hautoberfläche ist ungeschützt, so dass es schnell zu einer Infektion mit Bakterien kommen kann, die dann eitrige, langwierig zu behandelnde Hautentzündungen verursachen.
  • Darüber hinaus können auch Krankheitskeime (Bakterien und Viren) im Flohspeichel enthalten sein und zu Erkrankungen führen. Laufende Studien weisen darauf hin, dass auch Katzenschnupfenerreger und Leukoseviren bei der Katze durch Flöhe übertragen werden können.
  • Viele Flöhe beherbergen in ihrem Körper eine Bandwurmfinne, das Entwicklungsstadium des so genannten Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum), die häufigste Bandwurmart, die bei Hunden und Katzen vorkommt. Durch Belecken und Benagen der juckenden Haut kommt es häufig dazu, dass Flöhe von Hunden und Katzen zerbissen und abgeschluckt werden. Im Darm wird dann die Bandwurmfinne freigesetzt und wächst hier innerhalb von etwa 3 Wochen zum erwachsenen Bandwurm heran.
  • Auch ohne zu stechen richten die mobilen Plagegeister Schaden an: Sie können Milben und Hautpilzsporen verschleppen.

Gefahr für den Menschen

Im Mittelalter waren auch hierzulande Flöhe (Rattenflöhe) gefürchtete Überträger von Pestbakterien (Yersinia pestis). Glücklicherweise haben wir diese Bakterien durch hygienische Maßnahmen und den hohen medizinischen Standard in unseren Breiten ausgerottet. Allerdings kommt es zum Beispiel in Indien, Südamerika, Afrika und Russland immer wieder zu Ausbrüchen der Pest.

Wie eingangs erwähnt, springen Tierflöhe durchaus auch den Menschen an und saugen Blut. Auch in der menschlichen Haut führt der Flohspeichel zu Juckreiz, lokalen Hautirritationen, Allergien und Ekzemen. Sehr typisch für Flohstiche sind mehrere kleine Hautrötungen auf einem eng begrenzten Hautbezirk. Man bezeichnet dies auch als die „Flohstraße“. Es rührt daher, dass Flöhe typischer Weise mehrmals stechen, bevor sie Blut saugen.

Insbesondere Kinder haben einen oft unbekümmert engen Körperkontakt zu ihren tierischen Freunden, so dass die Möglichkeit, dass auch sie einen Floh mit einer Bandwurmfinne abschlucken und sich damit infizieren, durchaus gegeben ist.




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