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Wissenwertes

über Flöhe

Flöhe im Fell

Flöhe gehören mit einer Geschichte von über 60 Millionen Jahren zu den Urbewohnern der Erde und sind mit über 80% die häufigsten Ektoparasiten weltweit.
Es gibt weltweit etwa 2500 verschiedene Floharten, so dass nahezu jedes Säugetier seine spezielle Flohart besitzt. Allerdings sind diese Flöhe nicht auf ihre Tierart fixiert, sondern wechseln diese durchaus. So kommt es, dass wir bei Hunden und Katzen nicht nur Hunde- und Katzenflöhe, sondern unter anderem auch Igelflöhe, Kaninchenflöhe und Vogelflöhe finden. Dieses wirtsunspezifische Flohverhalten ist auch der Grund dafür, dass Tierflöhe bei Nahrungsmangel auch den Menschen als Wirt und „Blutspender“ akzeptieren. Da sie sich jedoch auf der eher glatten, schwach behaarten Menschenhaut nicht so wohl fühlen, verschwinden sie meist schnell wieder nach vollendeter Blutmahlzeit.

Floh

Flöhe sind 1,5 – 4mm große, flügellose Insekten (typische Merkmale von Insekten: 6 Beine und 3 Körpersegmente) mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen. Je nach Art sind Flöhe 1 bis 8 mm lang und haben einen seitlich abgeplatteten Körper, der durch einen harten Chitinpanzer geschützt ist.

Flöhe haben 6 Beine, wobei das hintere Beinpaar besonders lang und muskulös ausgebildet ist. Diese Sprungbeine befähigen die Blutsauger ihre Opfer aktiv anzuspringen und mit einem Sprung eine Strecke von bis zu 50 cm zurückzulegen. Durch nach hinten gerichtete Borsten an ihren Gliedmaßen können sie sich gut an den Tierhaaren festhalten und sich schnell und sicher im dichten Fell bewegen. Kleine Stachelkämme im Nackenbereich helfen dem Floh eine gute Blutquelle zu finden, in dem er an verschiedenen Stellen die Haut damit leicht anritzt und die Durchblutung testet.

  • Eine Infobroschüre als Download gibt's hier und hier!

Flöhe sind kleine Vampire!

Bereits wenige Sekunden nach dem ein Floh seinen Wirt besprungen hat, beginnt er auch schon mit der Blutmahlzeit. Flöhe nehmen pro Tag das 15-fache ihres eigenen Körpergewichtes an Blut auf und scheiden dieses nahezu vollständig wieder mit ihrem Kot aus. Folglich besteht Flohkot bis zu 90 % aus unverdautem Blut. Dieser damit nährstoffreiche Kot dient der Nachkommenschaft der Flöhe, nämlich den Flohlarven, direkt als Nahrung.

Flöhe sind auf eine mehrmalige tägliche Blutmahlzeit angewiesen. Verlieren sie ihren Wirt und finden nicht schnell genug einen neuen Wirt, so verdaut sich ihr Darm von selbst, und der Floh stirbt innerhalb kurzer Zeit.

Um sein Überleben zu sichern bleibt der Floh daher sein gesamtes, etwa 3 Wochen dauerndes Leben, ständig auf demselben Wirt.

Flohbefall ist leicht zu erkennen!

Flohkot kann man leicht mit bloßem Auge erkennen. Mit Hilfe eines Flohkammes oder durch Scheiteln des Felles findet man ihn besonders im hinteren Rückenbereich und in der Leistengegend der Tiere. Es sind meist mehrere kleine schwarzbraune Körnchen, die sich durch einen einfachen Test von Schmutzpartikeln unterscheiden lassen: zerreibt man sie auf einem feuchten Papiertuch, färbt sich das Papier aufgrund des hohen Blutanteils rot.

Flöhe sind hauptsächlich in den warmen Sommermonaten aktiv mit saisonalem Höhepunkt von August bis Oktober. In unseren gemäßigten Klimabereichen sind sie aber in geringerer Anzahl durchaus ganzjährig aktiv.

Hunde und Katzen stecken sich meist durch Kontakt untereinander an. Aber auch beim Spaziergang oder beim Stöbern im Garten können junge, hungrige Flöhe lauern. Hunderte von Flöhen befinden sich häufig in alten Igel- oder Vogelnestern, die auf dem Waldboden liegen. Ein zufällig vorbeikommender Hund oder Katze wird dann von einer ganzen „Armee“ ausgehungerter Blutsauger befallen.




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