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Wissenswertes

über Milben

Milben gehören wie die Zecken zur Gruppe der 8-beinigen Spinnentiere. Genauso wie bei den Zecken, besitzt auch die aus dem Ei schlüpfende Milbenlarve nur 6 Beine.

Mit einer Körperlänge von 0,2 bis 0,4 mm sind sie sehr kleine Ektoparasiten, von denen viele Arten auch nur mit Hilfe eines Mikroskopes sichtbar sind.

Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen können sie stechen, saugen und kauen. Sie ernähren sich von Bestandteilen der Haut und von Gewebsflüssigkeit, die sie teilweise mit Hilfe von Enzymen in ihrem Speichel vorverdauen.

Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier durch Körperkontakt, manchmal auch durch Milben, die beim Kratzen der befallenen Tiere in die Umgebung gelangt sind.

Ohrmilben

Die häufigste bei Hunden und Katzen auftretende Milbenart ist die Ohrmilbe (Otodectes cynotis). Sie lebt auf der Hautoberfläche des äußeren Gehörganges, bei hochgradigem Befall breitet sie sich auch auf der angrenzenden Kopfhaut aus. Ohrmilben führen zu einer stark juckenden Ohrentzündung, die generell beide Ohren betrifft. Der Gehörgang füllt sich dabei mit Ohrschmalz, Blut und Entzündungssekreten, die von der gereizten Haut abgegeben werden.

Otodectesräude (schematisch, vor und nach Behandlung):


Cheyletiellen

Raubmilben (Cheyletiellen) kommen häufig bei jugendlichen Tieren und kleinen Nagern vor. Ihr bevorzugter Aufenthaltsort ist der hintere Rückenbereich. Außer zu Juckreiz führt ein Befall mit dieser Milbenart generell zu starker Schuppenbildung.

Räudemilben

  • Räudemilben (Sarcoptes canis beim Hund und Notoedres cati bei der Katze) graben Gänge in die oberen Hautschichten, wo sie dann ihre Eier ablegen. Hautbefall mit dieser Milbenart gehören mit zu den am stärksten juckenden Hauterkrankungen überhaupt. Bei den Hunden beginnt die Erkrankung bevorzugt am Ohrrand, im Bauchbereich, unter den Achseln, in der Leistengegend, den Ellbogen und Fesselgelenken und breitet sich von da aus über die gesamte Körperoberfläche aus. Bei Katzen bleibt die Räude meist auf den Kopfbereich beschränkt, weshalb sie auch als „Kopfräude“ bezeichnet wird. Vielfach sind streunende Katzen betroffen.


Haarbalgmilben

  • Eine Besonderheit stellen Haarbalgmilben (Demodexmilben) dar. In geringer Anzahl kommen sie bei vielen Säugetieren vor und gehören zu den ständigen Bewohnern der gesunden Haut. Wie der Name schon sagt, ist ihr Lebensraum der Haarbalg. Die Übertragung erfolgt durch die Mutterhündin beim Säugen auf ihre Welpen bereits in den ersten drei Lebenstagen. Durch Hormonstoffwechselstörungen, schlechte Haltungsbedingungen oder Medikamente, die die körpereigene Abwehrkraft schwächen, kann es zu einer unkontrollierten Vermehrung der Haarbalgmilben und damit zum Krankheitsausbruch mit Juckreiz, Haarausfall und Hautveränderungen kommen.


Herbstgrasmilben

Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis) treten in Deutschland nur regional auf und sind, wie der Name schon andeutet, im Spätsommer und Herbst aktiv. Die Erkrankung wird auch als „Erntekrätze“ bezeichnet. Die Milbenlarven bevorzugen wenig behaarte, dünne Hautstellen wie der Bereich um die Augen, die Lippen, Ohren, Zwischenzehen- und Genitalbereich. Auch sie graben mit Hilfe von Enzymen in ihrem Speichel, die gewebsauflösend wirken, Bohrgänge in die Haut und verursachen starken Juckreiz. Sie sind orangerot und daher als Punkte mit bloßem Auge sichtbar. Häufig ist sogar ein Massenbefall in Form von ziegelroten Flecken im Bereich dieser Hautstellen vorhanden.





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