Keyvisual

Würmer

Die verborgenen Schmarotzer

Als Parasiten oder Schmarotzer bezeichnet man in der Pflanzen- und Tierwelt Organismen, die sich auf Kosten eines anderen Organismus, dem so genannten Wirt oder Wirtsorganismus, ernähren. Hunde und Katzen dienen dabei vielen Parasiten als Wirte. Einige Parasitenarten verbringen ihr gesamtes Leben bei ihrem Wirt, andere schmarotzen nur zeitweise.

Grob unterscheidet man die Parasiten danach, ob sie aussen oder innen einen Wirt befallen:

Flöhe, Zecken, Mücken und Milben leben auf der Körperoberfläche der Säugetiere. Sie werden daher als Ektoparasiten (von griechisch ektos „aussen“) bezeichnet.

Besiedelt der Parasit das Körperinnere, zum Beispiel Blutzellen oder Körperorgane wie das Herz, die Harnblase, die Lunge oder den Darm, so nennt man ihn Endoparasit (von griechisch éndon „innen“). Wenn wir bisher in Deutschland von „Wurmbefall bei Hunden und Katzen“ gesprochen haben, so bezogen wir uns auf die im Darm lebenden Rund- und Bandwürmer. Neue Studien zeigen: Hier ist ein Umdenken unbedingt erforderlich!

Zusätzlich zu den altbekannten Band-, Spul-, Haken- und Peitschenwürmern im Darm müssen neuerdings bei der Diagnose von Erkrankungen auch folgende Würmer in Betracht gezogen werden:

  • Lungenwürmer kommen bei Hunden in Deutschland häufiger vor und sind regional weiter verbreitet als bislang angenommen.
  • Importhunde aus dem Süden Europas und Hunde nach einer Urlaubsreise werden zunehmend mit einer Herzwurminfektion in deutschen Kleintierpraxen vorgestellt.
  • Erste Fälle von in der Haut lebenden Würmern (Dirofilaria repens) sind bei Hunden in Deutschland aufgetreten.

Alte, eingefahrene Wurmbekämpfungsstrategien müssen neu überdacht und der veränderten Situation angepasst werden.

Zoonosen

Krankheitskeime, die sowohl Tiere als auch Menschen auf natürlichem Wege infizieren können, fallen nach einer im Jahre 1958 vom maßgeblichen Fachausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebenen Definition unter den Begriff der Zoonoseerreger, die Erkrankungen werden als Zoonosen (von griechisch zoon „Lebewesen“ und nosos „Krankheit“) bezeichnet.

Viele Endoparasiten von Hunden und Katzen sind Zoonoseerreger. Angesichts des engen Zusammenlebens gerade von Hunden und Katzen mit dem Menschen spielen daher Bekämpfungs- und Vorbeugemaßnahmen eine besondere Rolle.

Umweltaspekte

Nutztiere wie Rinder und Schweine werden zur Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden in den meisten Ländern regelmäßig entwurmt.

Im Gegensatz dazu sind die Vorsorgemaßnahmen bei Haustieren wie Hunden und Katzen oft unzureichend. Die Hauptgründe sind in erster Linie fehlendes Problembewusstsein, aber auch unzureichende Auswahl adäquater Präparate, sowie deren nur sporadische Anwendung.

Eine Praxisstudie bestätigt: Von 1647 in einer Tierarztpraxis untersuchten Hunden wiesen 19 % einen Befall mit Rund- oder Bandwürmern auf. (Welpen bis zu 6 Monate: 57 % Verwurmungsrate). Von 1480 untersuchten Katzen waren 35,4 % mit Rund- oder Bandwürmern befallen. (Welpen bis zu 6 Monate: 62 % Verwurmungsrate).

Die mit dem Kot ausgeschiedenen Wurmeier, über die eine Ansteckung erfolgen kann, sind gegenüber Umwelteinflüssen generell sehr resistent und bleiben in der Erde teils über Monate und Jahre infektiös.

Insbesondere in dicht besiedelten Städten fallen täglich große Mengen an Hunde- und Katzenkot an, so dass ein Wurmbefall dieser Tiere besonders in der Umgebung von Kindern als wichtiges hygienisches und vor allem auch gesundheitsgefährdendes Problem anzusehen ist.

Die an einem Tag produzierte Menge von Hundekot in einer Großstadt wie z.B. München beträgt ca. 9 Tonnen Hundekot pro Tag!




Infothek

Videos auf Youtube
Youtube Channel

Weitere Videos auf Youtube



http://www.tierfreunde.bayer.de/de/hund/parasiten/wuermer/einleitung/index.php