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Filarien

im Herz oder in der Haut

Dirofilaria immitis ausgewachsene Würmer

Filarien sind fadenförmige Würmer, die beim Blutmahl von Stechmücken (verschiedene Arten, zum Beispiel Culex, Anopheles und Aedes) übertragen werden.

Adulte Würmer werden auch als „Makrofilarien“ bezeichnet. Weibliche Makrofilarien sind „ovovivipar“, das heißt, sie produzieren keine Eier wie zum Beispiel Spulwürmer, sondern mit einer Eihülle umgebene Larven, die „Mikrofilarien“.

Diese Mikrofilarien gelangen je nach Befallsstärke zu Tausenden in den Blutkreislauf, wo sie mehrere Jahre überleben können.

Stechmücke

Mit dem Blutmahl werden sie von Stechmücken (= Zwischenwirte) aufgenommen.

Hier findet die Weiterentwicklung zur infektiösen Larve statt. Die Dauer der Entwicklung ist dabei abhängig von der Umgebungstemperatur.

Beim nächsten Blutmahl der Mücke gelangt die Larve in den nächsten Endwirt.

In der Kleintierpraxis relevant sind Dirofilaria immitis, der Herzwurm und Dirofilaria repens, eine vorzugsweise in der Haut lebende Fadenwurmart.

Dirofilaria immitis – der Herzwurm

Adulte Herzwürmer (Makrofilarien) leben in den großen Lungenarterien, der rechten Herzkammer und Herzvorkammer und bei einem starken Befall auch in der caudalen Körperhohlvene, Vena cava caudalis.

Dirofilaria immitis

Herzwürmer werden 30 - 40cm lang und sind etwa 1mm dick.

Sie leben durchschnittlich 7 Jahre, Einzelexemplare erreichen aber mitunter auch ein Lebensalter von 13 – 15 Jahren!

Nach der Infektion durch den Stich einer blutsaugenden Mücke dauert es etwa 70 Tage bis die Herzwurmlarve die Lungenarterien erreicht und weitere 6 Monate bis sie geschlechtsreif wird und mit der Produktion von Mikrofilarien beginnt.

Hunde, Katzen und andere Carnivoren gelten als Endwirte.

Für die Entwicklung der Larven in der Mücke sind relativ hohe Umgebungstemperaturen erforderlich, die bisher in Deutschland nicht beständig erreicht werden. Daher besteht derzeit in Deutschland keine Gefahr für Hunde und Katzen sich mit Herzwürmern zu infizieren.

Viele Länder Süd- und Osteuropa`s gelten als Endemiegebiete.

Der weiterhin zunehmende Import von Hunden aus diesen Ländern sowie die zunehmende Zahl der Reise begleitenden Hunde lässt die Frequenz der Erkrankungsfälle auch in Deutschland ansteigen.

Diagnose des Herzwurmbefalls

Die klinischen Erscheinungen entsprechen denen einer Herzerkrankung mit verminderter Leistungsfähigkeit des Herzen. Bei einem massiven Befall können die Parasiten durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens nachgewiesen werden.

Die Mikrofilarien können direkt mikroskopisch in einer Blutprobe nachgewiesen werden.

Im Blutserum kann mit Hilfe von speziellen Labortests das Vorhandensein von geschlechtsreifen weiblichen Würmern im Herzen nachgewiesen werden.

In der Praepatenzzeit der Herzwürmer, also den 6-9 Monaten von der Übertragung der Larve bis zum geschlechtsreifen Wurm im Herzen, gibt es keine Möglichkeit der Untersuchung, ob sich ein Hund angesteckt hat.

Reiseprophylaxe

Plant man, einen Hund in Länder mit Herzwurmrisiko zu verbringen, ist es sinnvoll, bereits vor Reisebeginn Medikamente zu verabreichen, die die Larven, die durch den Mückenstich übertragen werden, abtöten. In Deutschland für die Herzwurmprophylaxe zugelassene Präparate sind Advocate®, Milbemax® und Stronghold®.

Während des Aufenthaltes sollten zusätzlich Stechmücken- abwehrende Pharmazeutika, wie Advantix®, zum Einsatz kommen, um im Vorfeld bereits eine Übertragung der Larven zu verhindern.

Therapie der Herzwurmerkrankung

Risiko und Erfolg einer Herzwurmtherapie sind abhängig vom Ausmaß des Wurmbefalls und dem Grad der in Mitleidenschaft gezogenen Körperorgane.

In Extremfällen müssen Herzwürmer chirurgisch entfernt werden. In weniger dramatischen Fällen können sie medikamentös abgetötet werden, aber auch hier ist ein Klinikaufenthalt für die Hunde generell unumgänglich, da die Gefahr der Abschwemmung abgetöteter Würmer und damit das Risiko einer Embolie hoch ist.

Dirofilaria repens - der Hautfadenwurm

Dieser kommt ebenfalls vorzugsweise in Südeuropa vor. Allerdings gibt es in jüngster Zeit Hinweise, dass es auch zu Infektionen in Deutschland kommen kann. Erste Fallbeschreibungen liegen bereits vor.

Makrofilarien leben vornehmlich in den tiefen Hautschichten, können aber auch in anderen Organen auftreten.

Nach einer Infektion durch eine Stechmücke dauert es zwischen 25 und 34 Wochen bis Mikrofilarien im Blut auftreten (=Präpatenzzeit).




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