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Nierenerkrankungen



Die Nieren gehören leider mit zu den Organen, die mit fortgeschrittenem Alter schwächer und anfälliger für Erkrankungen werden.“
Wenn Sie gelesen haben, wie viel dieses Organ leisten muss, wird Sie dies auch nicht verwundern. Sie können somit auch sicherlich nachvollziehen, dass Nierenerkrankungen weit reichende und schnell lebensbedrohliche Folgen haben.

Grob unterteilt man Nierenerkrankungen in akute (=unmittelbare) und chronische (=langsam verlaufend) Formen ein.
Anstatt „Erkrankung“ spricht man bei der Niere auch von „Insuffizienz“, weil sie ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend (=suffizient) erfüllen kann.

Die akute Niereninsuffizienz (ANI) bezeichnet einen plötzlichen, teilweisen oder totalen Ausfall der Nierenfunktion. Im Vergleich zur chronischen Niereninsuffizienz tritt diese Form der Nierenerkrankung wesentlich seltener auf ist aber lebensgefährlich.
Die Symptome (s. nächste Seite) treten schnell und stark auf und sowohl Tierbesitzer als auch Tierarzt müssen schnell handeln.
Trotz des Notfallcharakters der Erkrankung ist die eingehende Aufnahme aller Details der Vorgeschichte („hat Rosinen gefressen“, zum Beispiel) sehr wichtig und kann Hinweise auf eine mögliche Ursache geben.
Schnelles Handeln ist aber erforderlich, um die verbliebene Nierenfunktion zu stützen!
Die Prognose ist umso besser, je schneller die Erkrankung erkannt und eine entsprechende Therapie eingeleitet wird.
Nach Überstehen der akuten Phase kann es Wochen und Monate dauern, bis sich die Blutwerte völlig normalisieren. Das therapeutische Vorgehen entspricht in dieser Zeit dem bei Vorliegen einer CNI (chronische Niereninsuffizienz).
Eine vollständige Heilung ist möglich!

Bei der chronischen Niereninsuffizienz (CNI) ist eine Heilung nicht möglich!
Diese Erkrankung betrifft viele ältere Hunde und Katzen.

Dies gilt besonders für Katzen. Es wird geschätzt, dass mindestens 10% aller Katzen, die älter als 7 Jahre sind, davon betroffen sind. Bei Katzen über 10 Jahren steigt die Häufigkeit sogar auf 1 von 3 Katzen. (Rubin ‚97)
CNI gilt als die häufigste Todesursache bei Katzen!

Bei Hunden tritt die Erkrankung gehäuft bei Pudeln, Berner Sennenhunden und Yorkshire Terriern auf.
Wesentlich seltener wird CNI bei jungen Tieren diagnostiziert. Hier spielen meist angeborene, fortschreitende Nierenerkrankungen, zum Beispiel die PKD, Polycystic Kidney Disease, bei Katzen (besonders Perserkatzen), eine ursächliche Rolle. Bei Vorliegen einer PKD wird das gesunde Nierengewebe nach und nach durch Zysten verdrängt.
 

Sehr typisch für CNI ist der schleichende Verlauf. Erst wenn bereits 65 – 70% der Nephrone zerstört sind, kommt es zu sichtbaren Auswirkungen. Bis zu diesem Punkt werden die Aufgaben der Niere durch noch gesundes Gewebe übernommen.
Die Niere kann also sehr gut kompensieren. Allerdings stellt dies auch einen Teufelskreis dar: Je mehr das gesunde Gewebe arbeitet, desto schneller führt die Überbelastung zu einem immer schneller fortschreitenden Untergang.

Die Anfangsstadien einer Niereninsuffizienz bleiben daher bei vielen Tieren als verdeckte Erkrankung über Monate bis Jahre unerkannt. Dieser weit zurückliegende Beginn der Erkrankung ist auch der Grund, weshalb viele auslösende Ursachen nicht mehr ermittelt werden können.

Wichtig zu wissen ist, dass einmal abgestorbenes Nierengewebe nicht mehr ersetzt werden kann! Deswegen ist es so wichtig, diese Erkrankung früh zu erkennen.
Und dies ist eigentlich nur mit regelmäßigen Blutkontrollen beim Tierarzt möglich, auch wenn man meint, dass es der älteren Katze gut geht!
Doch dazu mehr auf den nächsten Seiten.




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