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Echinokokkus multilocularis

auch Fuchsbandwurm

Echinococcus multilocularis

Wie der Name schon sagt, ist der eigentliche Endwirt dieses Bandwurms der Fuchs, aber auch Hunde und Katzen können Endwirte sein.

Der Befall von Füchsen mit dieser Bandwurmart ist regional unterschiedlich, kann aber bis zu 70% betragen.

Fuchsbandwürmer werden nur ca. 3 mm lang und bestehen nur aus dem Kopfteil, dem Halsteil und 3 Proglottiden. Sie treten meist in Massen auf, so dass Befallszahlen mit bis zu 20.000 Bandwürmern pro Fuchs keine Seltenheit sind. Sie leben zwischen den Dünndarmzotten und verursachen bei ihrem Endwirt meist keine klinischen Beschwerden.

Ein so befallener Fuchs scheidet pro Tag etwa 100.000 Eier aus, die gegenüber Umwelteinflüssen sehr resistent sind und über Monate infektiös bleiben können. Sie sind sehr klein und leicht und werden daher durch Wind, Regen und Insekten in der Umgebung verbreitet. Waldfrüchte wie Walderdbeeren, Heidelbeeren und Pilze, sowie Obst und Gemüse aus angrenzenden Gärten können daher mit Fuchsbandwurmeiern infiziert sein. Durch den Genuss dieser Früchte ohne vorheriges Waschen oder Kochen können sich auch Menschen mit dem Fuchsbandwurm infizieren.

Als höher noch wird die Gefahr von den Experten mittlerweile eingeschätzt, sich als Mensch über den eigenen Hund mit Fuchsbandwürmern zu infizieren. In Studien konnte gezeigt werden, dass Hunde, die sich über infizierte Beutetiere angesteckt haben, über längere Zeit Fuchsbandwurmeier ausscheiden.

Das Risiko der Ansteckung über die Katze scheint nach bisherigen Erkenntnissen niedrig zu sein.

In den letzten 10 Jahren ist die Anzahl der Erkrankungen beim Menschen deutlich angestiegen. Dies liegt einerseits sicherlich an der verbesserten Diagnostik, andererseits aber auch an dem steigenden Infektionsdruck in Folge massiver Zunahme der Fuchspopulation. Gleichzeitig eroberten die Füchse Vorgärten und Städte als neuen Lebensraum.

Ähnlich wie bei Taenia taeniaeformis sind auch für Fuchsbandwürmer Kleinnager typische Zwischenwirte, bei denen das Finnenstadium ebenfalls die Leber befällt.

Entwicklungszyklus

Lebenszyklus Echinococcus multilocularis

  1. Fuchsbandwurmeier gelangen mit dem Kot in die Umwelt.
  2. Die kleinen und leichten Eier können wie Staub durch Wind, Regen und Insekten verbreitet werden.
  3. Mäuse oder auch Bisamratten nehmen als Zwischenwirte die Fuchsbandwurmeier mit ihrer Nahrung auf.
  4. Im Zwischenwirt entwickelt sich das Finnenstadium.
  5. Füchse und manchmal auch Hunde und Katzen sind die Endwirte. Sie infizieren sich, wenn sie befallene Zwischenwirte fressen.
  6. Im Darm der Endwirte reifen die Fuchsbandwürmer heran und produzieren Eier in großer Zahl.
  7. Hunde und Katzen scheiden Bandwurmeier aus, die teilweise am Fell kleben bleiben. Beim Kontakt mit den Tieren können sich Menschen mit den Eiern infizieren.
  8. Im Verlauf der Infektion kommt es vor allem in der Leber zu einem tumorähnlichen Wachstum der zystenähnlichen Fuchsbandwurmfinnen.
  9. Der Mensch kann sich durch den Verzehr von ungewaschenen Waldfrüchten mit Bandwurmeiern infizieren.



Fortbildung


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