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Wie war das noch bei…?

Endoparasiten

1. Was versteht man unter einem Parasit (Schmarotzer)?

Ein Parasit ist ein Lebewesen, das sich dauernd oder vorübergehend auf oder in einem Lebewesen einer anderen Spezies, dem Wirt, aufhält, von diesem Nahrung aufnimmt, sich i. d. R. weiterentwickelt und bzw. oder fortpflanzt und dadurch den Wirt in unterschiedlich starkem Maße schädigt, d. h. dessen Leistungen negativ beeinflusst.

2. Was versteht man unter Endoparasit (Innenschmarotzer)?

Parasit, der im Inneren des Wirtsorganismus als Organparasit, Blutparasit oder Gewebeparasit lebt und nur über den Wirt mit der Außenwelt in Verbindung steht.

3. Wie kann ich feststellen, ob mein Tier mit Endoparasiten befallen ist?

Rutscht das Tier auf dem After (Schlittenfahren) oder verliert das Tier seine Lebhaftigkeit und ermüdet schnell, so können dies Anzeichen für einen endoparasitischen Befall sein.

Vor allem, wenn der Kot des Tieres über einen längeren Zeitraum breiig und flüssig ist oder schaumige Flocken enthält, sollte beim Tierarzt eine Untersuchung auf Parasitenbefall durchgeführt werden. Auch wenn sich im Kot weißliche Gebilde vorfinden, ist ein innerer Parasitenbefall nahe liegend.

Wenn die Haut und das Weiß des Auges extrem hell erscheinen, so können dies Anzeichen für blutständige Parasiten sein, die rote Blutkörperchen zerstören und innere Blutverluste hervorrufen können.

Darüber hinaus können folgende Symptome auf einen endoparasitischen Befall hindeuten:

SymptomParasit
Juckreiz in der Analregion, Schlittenfahren, UnruheBandwürmer (Gurkenkernbandwurm), Peitschenwürmer
Husten, AtemnotSpulwürmer, Herzwürmer, Zungenwürmer, Hakenwürmer, Lungenwürmer
Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, ApathieEingeweide-Leishmanien, Coccidien, Leberegel, Bandwürmer, Fadenwürmer
ErbrechenLeberegel, Spulwürmer, Magenwürmer
Durchfall (Diarrhoe)Giardien, Ruhr-Amoeben, Sporozoen, Leberegel, Hakenwürmer
Blut im Urin, NierenversagenBalsenwürmer, Nierenwürmer
Blutarmut (Anämie)Leberegel, Fischbandwürmer, Spulwürmer, Hakenwürmer, Lungenwürmer, Peitschenwürmer
OedemeLeberegel, Herzwürmer, Lungenwürmer
motorische Störungen, LähmungenBandwurmfinnen, Hakenwürmer, Herzwürmer, Lungenwürmer
SehstörungenBandwurmfinnen, Herzwürmer, Spulwürmer

4. Wie kann sich mein Tier mit Endoparasiten infizieren?

  • Aufnahme von Eiern und Larven aus dem Bodensubstrat und/oder dem Kot anderer Tiere
  • über Zwischenwirte (z.B. infizierte Beutetiere)
  • bei Jungtieren über die Muttermilch und/oder Plazenta
  • aktives Eindringen der Wurmlarven in den Wirtskörper
  • durch Flöhe, die mit Bandwurmeiern infiziert sind

5. Welche Folgeerkrankungen können durch Endoparasiten entstehen?

  • mechanische Schädigung von Körpergeweben -> Ausbreitung der Larven im Organismus
  • Verschluss von Darm- und Gallengängen -> bei massivem Rundwurmbefall
  • Blutverluste und Anämie (insbesondere bei Jungtieren mit massivem Befall) -> blutsaugende Würmer (Hakenwürmer, Peitschenwürmer)
  • Entzug von Vitaminen und anderen lebenswichtigen Nährstoffen -> Infektionen mit Bandwürmern oder Rundwürmern
  • Beeinträchtigung des Immunsystems (Gefährdung der Wirksamkeit von Schutzimpfungen) -> Infektionen mit Rundwürmern
  • reduzierter Allgemeinzustand bei Welpen -> Freisetzung von Enzymen, Giftstoffen und Hormonen
  • plötzliche Todesfälle von Jungtieren bei massiven Befall

Allgemeine Vorsorge:

  • frisches Fleisch oder frischer Fisch sollte nur in abgekochter Form gefüttert werden
  • die unkontrollierte Aufnahme von Tieren, wie z.B. Mäusen oder Schnecken während des Spazierganges, sollte unterbunden werden
  • Flohbekämpfung -> Flöhe sind Überträger von Bandwürmern
  • bei Zwingerhaltung sollte der Kot täglich entfernt sowie Boden und Wände 1 x in der Woche mit heißem Dampfstrahl (über 60°C) oder mit Desinfektionsmitteln gesäubert werden
  • in Wohnungen sollte der Boden mit heißem Wasser gereinigt und  regelmäßig Staub gesaugt werden
  • der Kontakt des Tieres mit Kot von anderen Tieren sollte, soweit dies möglich ist, besonders in südlichen Ländern, vermieden werden
  • der Körperkontakt mit fremden, streunenden Tieren sollte vermieden werden
  • alle 3 bis 4 Wochen sollte eine Kotuntersuchung durchgeführt werden (besonders nach der Urlaubszeit)
  • durch eine gezielte Beobachtung des Tieres kann ein Parasitenbefall frühzeitig erkannt und behandelt werden

Spezielle Vorsorge:

  • Drontal® Plus; Drontal® flavour Plus; Drontal® Plus XL
    -> Spul-, Haken-, Peitschen- und Bandwürmer beim Hund -> Tablette
  • Drontal®
    -> Band-, Haken- und Spulwürmer bei der Katze -> Tablette
  • Droncit®
     -> Bandwürmer -> Injektion und Tablette bei Hund + Katze, Spot on bei der Katze
  • Advocate®
    -> Herz-, Spul-, Haken- und Peitschenwurm, Zecke, Floh und Milbe als Spot on bei Hund + Katze (Ausnahme: Peitschenwurm nur beim Hund)
  • Profender® Spot on
     -> für Katzen, bei denen eine parasitäre Mischinfektion von Rund- und Bandwürmern vorliegt

Produkte für Hunde dürfen NIE bei Katzen angewendet werden. Gleiches gilt auch umgekehrt!

1.) Drontal® Plus; Drontal® flavour Plus; Drontal® Plus XL

Wirkstoffe: Praziquantel, Pyrantelembonat und Febantel

Praziquantel
wirkt nach einmaliger Behandlung abtötend auf reife und unreife Entwicklungsstadien von Bandwürmern im Darm. Innerhalb weniger Sekunden nach Kontakt des Bandwurmes mit Praziquantel kommt es zur Beschädigung des Teguments (sek. Körperbedeckung des Bandwurmes). Darüber hinaus findet eine sofortige Kontraktion der gesamten Strobila (Proglottidenkette) statt. Diese Veränderungen setzten die Glukose-Aufnahme herab und führen zu  einem schnelleren Verbrauch der Energiereserven des Wurms.

Pyrantelembonat
führt beim Parasiten zu spastischen Paralysen (dauerhafte Krampfzustände).

Febantel
Der Wirkungsmechanismus von Febantel  beruht hauptsächlich auf einer Beeinflussung des Kohlenhydratstoffwechsels des Wurms. Diese Störung wirkt sich nicht nur negativ auf einzelne Entwicklungsstadien des Wurmes aus, sondern beeinträchtigt auch die larvenhaltigen Eier in ihrer Entwicklung.

2.) Drontal ®

Wirkstoffe: Praziquantel und Pyrantelembonat (s. o.)

3.) Droncit ®

Wirkstoff: Praziquantel (s. o.)

4.) Advocate®

Wirkstoffe: Imidacloprid und Moxidectin

Imidacloprid
wirkt gegen adulte Flöhe und Flohlarven. Weiterhin kann eine larvizide Wirkung des Wirkstoffs in der Umgebung des Haustieres nachgewiesen werden -> die in der unmittelbaren Umgebung eines behandelten Tieres vorhandenen Flohlarven werden abgetötet

verteilt sich auf der Fettschicht, Haut und Haaren, durch Kontakt setzt eine Lähmung ein, durch die der Parasit abstirbt

Moxidectin
verhindert die Übertragung normaler Impulse und führt zur Lähmung, die letztendlich den Tod des Parasiten hervorruft.

5.) Profender® Spot on

Wirkstoffe: Praziquantel (s. o.), Emodepsid

Emodepsid
 führt bei dem Parasiten zu einer Paralyse (Krampfzustand), die zum Tod des Parasiten führt.

8. Wie oft sollte gegen Endoparasiten behandelt werden?

Je nach Tier (Hauskatze, Jagdhund, Familientier,...) sollte nach den neuesten Studien alle 6-8 Wochen entwurmt werden, um den Menschen zu schützen und das Tier so wurmarm wie möglich zu halten

Dies sollte unabhängig davon geschehen, ob die Untersuchung einer Kotprobe positiv oder negativ ausfällt.

9. Wo kann ich die Produkte kaufen?

Drontal® Plus; Drontal® flavour Plus; Drontal® Plus XL, Drontal®, Advocate® und Profender® Spot on sind verschreibungspflichtige Produkte, die nur über den Tierarzt oder mit Rezept auch in der Apotheke erworben werden können. Droncit® ist dagegen ein apothekenpflichtiges Arzneimittel und kann ohne Rezept in der Apotheke erworben werden.

10. Ich halte meine Katze nur im Haus. Ist da eine Behandlung gegen Endoparasiten überhaupt notwendig?

Auch wenn die Katze nur im Haus gehalten wird, kann es trotzdem zu einem Befall von Endoparasiten kommen. Mögliche Infektionsquellen für die Wohnungskatzen sind vom Menschen in die Wohnung getragene infektiöse Wurmstadien. Der Mensch muss dabei keinen direkten Kontakt mit anderen Katzen haben, sondern wird wahrscheinlich durch Kontakt mit kontaminiertem Erdreich zum Überträger.



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