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Ohrräude

beim Kaninchen

Ohrräude ist die beim Kaninchen am häufigsten auftretende Ektoparasitose und wird durch die Milbe Psoroptes cuniculi verursacht.

Die Übertragung erfolgt durch Kontakt von Tier zu Tier und kommt deshalb besonders bei Gruppen-
haltung vor. Die Milbe lebt in der oberen Hautschicht des äußeren Gehörganges und der Innenseite der Ohrmuschel und ernährt sich von Gewebeflüssigkeit und Blut.

Klinische Symptome

Bei hochgradigem Befall sind große Teile des Gehörganges und der inneren Ohrmuschel mit blätterteigähnlichen, gelbbräunlichen Krusten und Borken behaftet.

In Extremfällen breitet sich diese Räudeform auch auf die äußere Ohrmuschel sowie den Kopf- und Halsbereich aus.

Die Tiere zeigen heftigen Juckreiz, Kopfschütteln und Kopfschiefhaltung.
Kommt es zu bakteriellen Folgeinfektionen des Mittel- und Innenohres, treten auch Störungen des Zentralen Nervensystems auf.

Diagnose

Die Diagnose kann leicht anhand des typischen klinischen Bildes gestellt werden.

Die Milben und deren Entwicklungsstadien (Eier und Larven) können mit Hilfe des Otoskopes im Gehörgang sowie in Ohrgeschabseln (Kalilaugenpräparat) festgestellt werden.

Therapie

Gehörgänge und Ohrmuscheln müssen vorsichtig mit einem milden Antiseptikum, zum Beispiel Betaisodona – Lösung oder milde Ohrreiniger, von den gröbsten Borken und Schuppen befreit werden.

Die Parasiten werden systemisch mit Makrozyklischen Laktonen bekämpft. Advocate® oder Stronghold® zum Beispiel werden als Spot-on lokal auf die Nackenhaut aufgeträufelt, Ivomec® wird häufig injiziert.
Fallberichte zeigen, dass auch die lokale Anwendung von Advocate® und Ivomec®, das heißt, das Einträufeln in den befallenen Gehörkanal, möglich ist.

Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, dass alle Kontakttiere mitbehandelt werden und die Unterbringung der Tiere gründlich gereinigt wird.


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