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Schlangenmilbe

Ophionyssus natricis

Die Schlangenmilbe (Ophionyssus natricis) ist ein häufiger, ungebetener Gast im Terrarium.

Sie kommt außer bei Schlangen auch bei Echsen vor. Sie wird auch als „rote Blutmilbe“ bezeichnet.

Wissenswertes / Eigenschaften

Die erwachsenen Milben sind rotbraun bis schwarz und etwa 1 mm groß, so dass man sie auch ohne Lupe erkennen kann. Schlangenmilben ernähren sich vom Blut ihrer Wirte. Da sie sich nicht nur auf den Tieren aufhalten, sieht man sie gelegentlich im Bereich des Terrariums umherkriechen. Sie infizieren Behälter und Dekorationsgegenstände.

Auf den Tieren siedeln sie sich vornehmlich unter den Schuppen an, die dann wie abgespreizt aussehen. Bei Schlangen sind vor allem der Kopfbereich und die Kloakenregion betroffen, bei Echsen Gliedmaßen, Schwanzansatz und Halsbereich, manchmal auch das Trommelfell. Häufig baden die vom Juckreiz durch den Milbenbefall geplagten Schlangen vermehrt. Dadurch werden die Parasiten ertränkt und erscheinen als schwarze Punkte auf dem Boden der Badegefäße.

Bürstet man bei Verdacht eines Milbenbefalls Echsen vorsichtig ab, so sind die Parasiten auf einer Papierunterlage deutlich sichtbar.

Bei starkem Parasitenbefall sind die Tiere wie von einer weißen Staubschicht überzogen, die aus Milbenkot und Häutungsresten der Milben besteht.

Milben gelangen über Futtertiere, Einstreu, Pflanzen und natürlich auch Neuzugänge in ein Terrarium, so dass es durchaus immer wieder zum Einschleppen dieser Schädlinge kommen kann. Milben können gut unter Terrarienbedingungen leben und finden für ihre Vermehrung meist ideale Verhältnisse vor.

Entwicklungszyklus

Die Entwicklung verläuft über 5 Stadien:

  • vom Ei über
  • ein Larven- und
  • zwei Nymphenstadien zur
  • erwachsenen, geschlechtsreifen Milbe.

Je nach Umgebungsbedingungen dauert dieser Zyklus 13 bis 40 Tage.

Das trächtige Milbenweibchen verlässt die Schlange zur Eiablage und sucht dafür möglichst dunkle, feuchte Plätze im Terrarium auf. Bereits nach einem Tag schlüpfen daraus die Larven, die sich wenige Tage später zum ersten Nymphenstadium häuten. Dieses Entwicklungsstadium sucht nun instinktiv die Schlange auf, saugt Blut, häutet sich zum zweiten Nymphenstadium und schließlich zur erwachsenen Milbe.

Milben leben etwa 10-32 Tage, nehmen mehrere Blutmahlzeiten ein und legen durchschnittlich 80 Eier.

Die Entwicklungsstadien sind gelblich-transparent und nur bei Lupenvergrößerung sichtbar. Erst nach der Blutmahlzeit verfärben sie sich rötlich-braun.

Krankheiten

Wie alle Milben, verursachen auch die Schlangenmilben erheblichen Juckreiz bei ihren Wirten. Die Tiere sind unruhig, scheuern sich vermehrt und baden häufiger. Häutungsprobleme können auftreten.

Da sie sich von Blut ernähren, kann ein starker Parasitenbefall bei Schlangen zu lebensbedrohlicher Blutarmut (Anämie) führen. Typische Anzeichen dafür sind porzellanfarben-weiße Mundschleimhäute.

Milben können beim Saugakt auch andere Krankheitserreger wie Bakterien und Viren übertragen.

Gefahr für den Menschen

In seltenen Fällen können die Milben bei Kontakt auch den Menschen infizieren und zu Hautveränderungen wie eitrigen, juckenden Pusteln führen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Da Milben häufig durch Neuzugänge eingeschleppt werden, ist es sinnvoll, diese Tiere zunächst in einer Quarantänestation zu halten.

Haben sich Milben bereits eingenistet, so ist die Bekämpfung im Terrarium mit Hilfe von wirksamen Strips sinnvoll (z.B. Bolfo® Terrarien-Strips). Der darin enthaltene Wirkstoff Dichlorvos wird von einem speziellen Trägermaterial kontinuierlich in einer gleichmäßigen Dosierung in die Luft abgegeben.

Während der Behandlung müssen die Tiere aus dem Behältnis entfernt werden. Der Strip verbleibt zunächst 5 Tage in dem Behältnis. Während dieser Zeit werden die erwachsenen Milben abgetötet. Nach einer Behandlungspause von 5 Tagen, wird der Strip erneut für 5 Tage in das Terrarium verbracht. Aus den im Terrarium verbliebenen Milbeneiern sind nun neue Milben geschlüpft, die in der 2. Behandlungsphase bekämpft werden.

Möglichkeiten des Tierarztes

In der Tierarztpraxis können die befallenen Tiere direkt mit speziellen milbenwirksamen Medikamenten behandelt werden.

Veränderte Hautstellen müssen antiseptisch versorgt, die Tiere gegebenenfalls auch antibiotisch therapiert werden.
Bei durch Blutverlust geschwächten Tieren können Flüssigkeitsinfusionen erforderlich sein.


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